Wintersemester 19/20: Forschungsseminar Institutionelle Ästhetik

Im Wintersemester 2019/20 unterrichte ich gemeinsam mit dem Direktor des Instituts für Theaterwissenschaft der LMU München Prof. Dr. Christopher Balme ein Forschungsseminar im Masterstudiengang Theaterwissenschaft. Vor dem Hintergrund meiner Recherchen zu den Münchner Kammerspielen sowie meinen Überlegungen zum praktischen Feld der Kulturpolitik freut es mich sehr, in dem spannenden Seminar die Verbindung zwischen künstlerischen Prozessen und ihrer gesellschaftlichen Institutionalisierung in den Blick zu nehmen. Gleichzeitig stehen Fragen des Management sowie der Kunst- und Kulturvermittlung im Zentrum des Seminars.

Ein Foto des Seminarplans.

Im Rahmen des Seminars wurde auch ein von mir verfasster Antrag auf Förderung einer studentischen Forschungsgruppe sowie praxisorientierte Lehre durch das Programm Lehre@LMU des Praxisbüros der Kunstwissenschaften bewilligt. In diesem Rahmen wird am 15. Februar ein “CULTURAL POLICY LAB” in den Münchner Kammerspielen stattfinden.

“LAB” Situation auf einer Probebühne der Münchner Kammerspiele. Work in Progress. 

Seminarbeschreibung:

Unter dem Begriff ‚Institutionelle Ästhetik’ versteht man die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen institutionellen und ästhetischen Zwängen und Transformationen im Theater. Tendenziell werden die beiden Bereiche ‚Institution’ und ‚Ästhetik’ als Gegensätze betrachtet: Während sich Institutionen zur Stabilität und Unveränderbarkeit tendieren, basieren die meisten Vorstellungen von Ästhetik auf ständigem Wechsel und andauernder Innovation. Die zentrale Frage lautet aber, in wie fern Institutionen, wie auch immer man sie definiert, Einfluss auf ästhetische Veränderungen ausüben und umgekehrt. Zu den Themenfeldern, die vorrangig behandelt werden, gehören Neoinstitutionalismus, Kulturpolitik, Kulturökonomie, Festivalisierung, und Institutionenkritik. Im Seminar werden Themenblöcke gebildet, die jeweils einen vermeintlichen Gegensatz als auch eine Wechselbeziehung darstellt wie z.B. Kunst und Ökonomie, Freie Szene versus Stadttheater, Repertoire versus Stagione usw. Das Seminar ist interdisziplinär angelegt und wird auch Beispiele aus Kunst, Musik, Film einbeziehen. Erwartet wird die Bereitschaft, sich mit Ansätzen aus der Soziologie, Politikwissenschaft und Ökonomie auseinanderzusetzen. 

Analyse von Konflikten der “Nachfolge” sowie des Konzepts der “Charismatischen Herrschaft”. Foto der sehr guten Aufbereitung der Referatsgruppe.
Mit dem analytischen Gerüst des Wirtschaftsnobelpreisträgers Douglass C. North konzipieren wir eine Theorie des “Institutionellen Wandels”. Dabei ist es gewinnbringend auf die Forschungsergebnisse und langjährige Erfahrung von Prof. Dr. Balme zurückgreifen zu können.
Seminarunterlagen zur Sitzung “Das Stadttheater im Spannungsverhältnis von Kunst und Kreativwirtschaft”. Bröckling, Reckwitz, Menke/Rebentisch, Nachtwey, Haundschild … War eine sehr gute Sitzung!

Comment (1)

  1. Pinkback: Vorbereitung der Veröffentlichung der Plattform Cultural Policy Lab - Christian Steinau

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