Über mich

Ich bin 1989 in Groß-Gerau (Hessen) geboren. Nach meinem Abitur auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008/09 wollte ich raus in die Welt. Meinen Zivildienst habe ich über den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „weltwärts“ in einer Solarlampenwerkstatt im ländlichen Tansania absolviert. Das Programm „solivol“ (=solar volunteer) stand unter der Schirmherrschaft des Trägers des Alternativen Nobelpreises Hermann Scheer.

Karibuni Sana! Foto Privat.

Innerhalb eines Jahres habe ich Kisuaheli gelernt und Ostafrika von Goma (Demokratische Republik Kongo) bis Mombasa (Kenia) bereist.

Nach einiger Zeit hatte ich den Spitznamen „Super Dirty T-Shirt“ 😉

Mein Geburtsjahr verstehe ich bis heute als Motivation, mich aktiv und mit meiner Biographie für die deutsche und europäische Einigung einzusetzen. 1989, das ist die friedliche Revolution, das ist der Fall des „Eisernen Vorhangs“, das ist ein wichtiger Schritt hin zu einer besseren und friedlicheren Welt. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, mein Studium in Erfurt zu beginnen. Im Westen aufgewachsen, werde ich nie vergessen, wie ein guter Freund von mir in der Grundschule als „Ossi“ beschimpft wurde. Die Mauer in den Köpfen hat auch noch Jahre und Jahrzehnte nach dem „Fall“ der Mauer bestand.

Sehr altes Handy-Foto, das auf einem Spaziergang in der Erfurter Altstadt entstand.

Nach meiner Rückkehr aus Tansania habe ich meine Zeit in Thüringen sehr genossen. In einem „Studium Fundamentale“ hatte die Möglichkeit verschiedene Wissenschaften wie katholische Theologie, Geographie und Philosophie „anzustudieren“. Gleichzeitig habe ich mich für ein möglichst breites Grundlagenstudium der Staats- und Literaturwissenschaften entschieden.

Modisch auch noch auf der Suche 😉

In dieser Zeit hat mich insbesondere die kulturelle Geschichte Thüringens, die Auseinandersetzung mit der heterodoxen Ökonomie sowie das Studium der Dekonstruktion in seinem Spannungsverhältnis zur Hermeneutik geprägt. In meinen Semesterferien bin ich mit dem Rucksack durch Italien gereist und habe viel zu viel in Hölderlins „Hyperion“ und Gerog Lukács „Thorie des Romans“ gelesen.

in Graubünden auf einer Tour nach Nord-Italien. Originalfoto by Michele D’amico.

Nach zwei Jahren in Erfurt habe ich eine achtmonatige Reise rund um das Mittelmeer angetreten. Ich erinnere mich noch genau, wie ich in der Uni-Bibliothek im Winter 2012 für eine Statistik-Klausur gelernt habe und auf dem Laptop Aljazeera gestreamt habe: Es war die Zeit des Arabischen Frühlings. Während in Deutschland das Diktat der „Alternativlosigkeit“ in aller Munde war, schien von Tunesien aus ein umfassender Transformationsprozess auszugehen. Ich habe lange Zeit in Frankreich, Italien und eben in Tunesien verbracht.

Schatten mit Notizblock auf Tempelstufen in Agrigento. Im Rücken das Lybische Meer.

Später habe ich lange Wochen in Kairo und im Sinaii verbracht, vollkommen von den vielen Eindrücken erschlagen und unfähig mir einen Sinn auf die Welt zu machen. Nach einem Semester in Erfurt habe anschließend ein Jahr in Frankreich gelebt. An der Université Lille 3 habe ich umfassende Beziehungen zu unserem engsten europäischen Nachbarn aufgebaut und mir Wege in die französische Hauptstadt Paris erarbeitet. Die Zeit in Frankreich hat mich in meinem akademischen Selbstverständnis und meinem Verständnis ästhetischer Zusammenhänge sehr geprägt.

Gemeinsam mit meinem Freund Henri Guette in Beaubourg.

Meine erste Beschäftigung mit dem Feld und der Ästhetik der Gegenwartskunst hatte ich in Frankreich. Insbesondere die Auseinandersetzung mit den Wissenschaftlern Lionel Ruffel und Jean-Max Colard war sehr prägend. Mit Jean-Max Colard, der ebenfalls als Kurator und Kunstkritiker arbeitete, sollte ich auch noch in Kontakt bleiben, da ich mich nach meiner Rückkehr für die Übersetzung seiner „Rêves Critique“ sowie die in Frankreich erlebte optimistische Auseinandersetzung mit den medialen und ästhetischen Bedingungen der Gegenwart einsetzen sollte.

Mit JMX in Berlin.

Nach meiner Rückkehr aus Frankreich bin ich nach Berlin gezogen, wo ich im Anschluss vier Jahre gelebt und ein Masterstudium in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft absolviert habe. 2016 erschien die von mir übersetzte und herausgebende Sammlung von Traumtexten von Jean-Max Colard im von Robert Eberthardt gegründeten Wolff Verlag. Neben kleineren Medien hat u.a. die „Süddeutsche Zeitung“ über diese Arbeit berichtet.

Im Herbst 2016 habe ich meinen Master abgeschlossen und begonnen als Prae-Doc Stipendiat an der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien der Freien Universität Berlin zu promovieren.

Mit einem Freund in meinem Büro an der FU Berlin.

Seit Oktober 2017 bin ich Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Nachwuchsforschergruppe „Kreativität und Genie“ an der LMU München, die durch das Elite-Netzwerk-Bayern gefördert wird.

Selfie vor der LMU.

Als Doktorand nehme ich an den Aktivitäten des interdisziplinären Graduiertenkollegs MIMESIS der LMU München teil, an dem neben verschiedenen Philologien auch Kunsthistoriker, Philosophen und Theaterwissenschaftler tätig sind.

Entspannte Gesprächsatmosphäre nach einem Doktorandenkolloquium.

In München habe ich die großartige Möglichkeit, mich akademisch weiterzuentwickeln und an spannenden Forschungsprojekten zu arbeiten. In meinem unmittelbaren Arbeitsumfeld setze ich mit meinen großartigen KollegInnen mit der „Kreativität“ als Imperativ auseinander, der postindustrielle Gesellschaften aggressiv strukturiert. Medien, Unterhaltung, Design, Architektur, Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Forschung sind „creative industries“ im engeren Sinne, Kreativität ist aber auch ein Leitbegriff von Selbstbeschreibungen in sozialen Netzwerken, Kontaktanzeigen oder Bewerbungen.

Masterclass mit Juliane Rebentisch.
Regelmäßige Schreibaufenthalte und Retreats z.B. im Kloster Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee.
Feierabend mit den großartigen KollegInnen im Aumeister.
Entspannte Kaffepause während einer Konferenz im Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München.
Und Konferenz ….
nach Konferenz …
und Workshop auf Workshop!

In meinem Promotionsprojekt setze ich mich mit der Konstruktion von ästhetischen Werturteilen im globalen Kunstfeld auseinander. Ich rezipiere Forschungsliteratur insbesondere aus den angelsächsischen Ländern und versuche eine ambitionierte Forschungsperspektive zwischen Soziologie, Ästhetik und Literaturwissenschaft umzusetzen. Dabei ist es mir sehr wichtig, meine Forschungsinhalte zu kommunizieren und mich in aktuelle Debatten einzumischen.

In München habe ich mich auf Grundlage meiner Forschungstätigkeit in die Debatte um die Münchner Kammerspiele eingemischt. Im März 2018 habe ich eine Solidaritätsdemonstration vor dem Münchner Rathaus organisiert, um ein Zeichen gegen eine zahnlose Kulturpolitik und eine fragwürdige öffentliche Berichterstattung zu setzen. Ausgehend von diesem Engagement wurde ich als Speaker zu verschiedenen Gastvorträgen eingeladen.

Gastvortrag auf Einladung des Ensembles der Kammerspiele.

Im Jahr 2019 habe ich mich in die Debatte um die offene Zukunft des geschichtsträchtigen Haus der Kunst eingebracht. In Zusammenarbeit mit der kulturpolitischen Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im bayerischen Landtag Sanne Kurz habe ich ein umfangreiches Thesenpapier erarbeitet, in dem wir die rechtliche, finanzielle und organisatorische Schieflage des Hauses analysiert und visionäre Thesen aufgestellt haben, um einen erfolgreichen Neuanfang zu ermöglichen.

Einladung zur Vorstellung meiner Arbeit im Bayerischen Landtag.

Diesen Transfer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft möchte ich auch in Zukunft fortsetzen.

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