OPENING CEREMONY — Abschied von den Kammerspielen unter Matthias Lilienthal im Olympiastadion

In diesem Beitrag verfasse ich erste Gedanken zur Abschlussveranstaltung der Münchner Kammerspiele unter Matthias Lilienthal im Olympiastadion München am 11. Juli. “Opening Ceremony” ist die Vorstellung überschrieben, dabei stehen das Ende, der Abschied und nicht zuletzt auch der Abbruch eines Theaterexperiments nach fünf aufregenden Jahren im Vordergrund.

Das Ensemble verneigt sich nach der letzten Veranstaltungen der Münchner Kammerspiele unter Leitung von Matthias Lilienthal im Münchner Olympiastadion.

Nach der Veranstaltung sitze ich noch längere Zeit auf meinem Platz und beobachte das Spiel von Licht und Schatten im leeren Stadion. Ich frage mich, was hier gerade zu Ende geht oder wie dieses Ende genau aussieht. Denn eigentlich geht so vieles erst los, weswegen der Titel “Opening Ceremony” ganz recht gewählt scheint. Es wird weiter darüber gesprochen werden, wie dieses eigenartige Ende zustande gekommen ist.

Viele der aufgeworfenen Fragen zur Funktion des Stadttheaters werden uns unter gänzlich veränderten Bedingungen auch noch in den nächsten Jahre begleiten. Was wurde nicht alles gestritten. Für mich persönlich war der Streit um die Kammerspiele der Ausgangsmoment, mich von der (ästhetischen) Theorie mehr der (kulturpolitischen) Praxis zuzuwenden. Bei allen Herausforderungen und Transformationsprozessen in unserer Gesellschaft und im Kunst- und Kulturbereich sehe ich deswegen deutlich, dass dieser Abschied kein Ende, sondern eine regelrechte Aufforderung ist, sich der gegenwärtigen politischen und kulturellen Herausforderungen anzunehmen.

Eine Selfie nach der Veranstaltung im leeren Olympiastadion.

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