Kulturpolitische Konsequenzen des Corona-Schocks?

Die aktuelle “Corona-Krise” stellt einen massiven Einschnitt in alle Bereiche des kulturellen Lebens dar. Die Folgen der weltweiten Ausnahmesituation zeigen sich insbesondere im Kulturbetrieb: Museen, Opern und Theater bleiben geschlossen. Die geplante Abschiedsfeier für den Intendanten der Münchner Kammerspiele Matthias Lilienthal muss leider ausfallen. Messen und Kongresse werden abgesagt. Konzerte fallen entweder aus oder werden in einem bis dato unbekannten Digitalisierungsschub ins Netz verlegt. Künstler und Künstlerinnen erleiden zum Teil schwerwiegende Verdienstausfälle. Das vielfältige und bis vor wenigen Tagen noch selbst-verständliche Kulturleben findet von einem Moment auf den anderen nicht mehr (auf gewohnte Weise) statt.

Aktuell herrscht eine große Verunsicherung vor, die eine grundsätzliche Unübersichtlichkeit des kulturpolitischen Feldes verstärkt. Die langfristigen Folgen des Corona-Schocks sind noch nicht abzuschätzen. Es ist davon auszugehen, dass sich kulturpolitische Legitimationsstrategien und Steuerungsmodelle nachhaltig verändern werden. Aktuell stelle ich mir die Frage, wie sich die “Corona-Krise” auf die seit mehreren Jahren zu beobachtende Transformation des kulturellen Felds auswirkt.

Für die Kulturpolitik(-forschung) kann festgestellt werden, dass die aktuelle Situation das anhaltende Interesse an kulturpolitischen Fragestellungen erheblich verstärkt. Dies führt auch zu einer Neubewertung der Kulturpolitikforschung. Der Internationale Währungsfonds befürchtet den größten ökonomischen Einbruch seit der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre. Die Kulturpolitik ist mit der doppelten Herausforderung konfrontiert, die unmittelbaren Folgen der Krise einerseits abzufedern, anderseits zentrale Zukunftsfragen nicht aus dem Blick zu verlieren.

In diesem Zusammenhang habe ich einen Essay über die Verbindung von Kultur- und Klimapolitik geschrieben, den ich dem leider verstorbenen SPD-Umweltpolitiker Hermann Scheer gewidmet habe. Hermann Scheer war während meiner Schulzeit ein wichtiges Vorbild für mich. Meinen Zivildienst habe ich im Rahmen eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienst mit dem Titel “Solivol” (“Solar Volunteer”) in Tansania absolviert. Hermann Scheer war der Schirmherr des Programms. Hier ist der Text zu finden:

Wärend der Corona-Krise habe ich mich auch mit den Soforthilfen des Bundes für Soloselbstständige auseinandergesetzt. Ein kurzes Fazit dieser Auseinandersetzung habe ich hier veröffentlicht:

Beitragsbild: Map of the COVID-19 verified number of infected per capita as of 22 April 2020. CC BY 4.0, Raphaël Dunant.

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