Abgabe meiner Promotion

Am 18. März habe ich mein Promotionsprojekt mit dem Titel “Poetische Strategien der Kunstkritik” im Fach Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München eingereicht. Meine Disputation wird vsl. Anfang Juli stattfinden — so geht ein prägender und zuletzt anstrengender Lebensabschnitt zu Ende. 

Auf dem Weg zum Prüfungsbüro; mit FFP2 Maske und leerer Empfangshalle der LMU München. März 2021.

Ab Nov. 2020 habe ich alle Termine abgesagt und mich 100% auf die Finalisierung meiner Arbeit konzentriert. In den Monaten vor der Abgabe habe ich mich auf meine ursprünglichen Forschungsideen zu konzentrieren versucht und die Arbeit auf Grundlage aller bereits verfassten Kapitel und Notizen überarbeitet. 

Literaturwissenschaftlicher Bestimmungsversuch “literarischer” Kunstkritik

Meine Doktorarbeit versucht sich an einer Bestimmung literarischer Kunstkritik unter Bezugnahme literaturwissenschaftlicher Methoden. Oftmals wird der Kunstkritik das Adjektiv „literarisch“ zugeschrieben, ohne es näher zu bestimmen; es ist bloßes Beiwerk oder schmückendes Attribut. Oft bleiben jedoch die mit der Bezeichnung der Kunstkritik als „literarische Gattung“ verbundenen zentralen Fragen unbeantwortet: Was macht Kunstkritik literarisch? Welche Funktionen erfüllt literarische Kunstkritik?

Diese Frage(n) versuche ich über den Begriff der Poetischen Strategie zu lösen. Diese bieten Kritikerinnen und Kritikern über alle politisch-gesellschaftlichen Brüche hinweg die Möglichkeit, Betrachtung, Erfahrung und das Urteil ästhetischer Gegenstände engzuführen. Dabei ist kritische Subjektivität für die Kunstkritik zentral: Sowohl ästhetische Urteile als auch ästhetische Erfahrungen werden vom empfindenden und urteilenden Subjekt versprachlicht und hervorgebracht. Daraus ergibt sich, dass literarische Kunstkritik kein systematisches und abschließendes, sondern ein spontanes und hybrides Genre ist.

Mithilfe poetischer Strategien begegnen Kritikerinnen und Kritiker der Herausforderung, Worte zur Darstellung „ästhetischer Ideen“ zu finden, die „keine Sprache völlig erreicht und verständlich machen kann“ (Ein Kant Zitat aus der Kritik der Urteilskraft). Diese Herausforderung sprachlich adäquate Ausdrücke zu finden, wiegt für die Kritikerin oder den Kritiker schwer: Ihre Suche gilt nicht nur beschreibenden, sondern auch urteilenden Worten. Was ohnehin schwer zu „erreichen“ und „verständlich“ zu machen ist, muss Kunstkritik gleichzeitig aufzeigen und beurteilen.

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